Michael Raich
Consulting

09.11.2006

Neue Social Networking Zahlen aus den USA

MySpace führt mit über 127 Millonen Benutzern weltweit immer noch ungeschlagen die Hitparade der Social Networking Seiten an (über 80% des US Marktes), während andere besser auf der Profitseite agieren zu scheinen. Cyworld, die koreanische Networking-Seite mit einer Marktdurchdringung zu Hause von fast 100% (oder 20 Mio. Koreaner zwischen 20 und 30) verdient täglich ca. 300.000 USD durch den Verkauf von digitalen “Items”. Auch da ist noch Luft nach oben: das sind grade mal 6 USD pro Benutzer pro Jahr…

Mehr dazu bei:
GigaOM2 – Social Networking by the Numbers

 

21.08.2006

Networking im Real Life

Man vergisst leicht, das gutes Networking nicht auf dem Computerbildschirm stattfindet, sondern im wahren Leben. Da aber nicht jeder ein guter Networker ist, gab und gibt es immer schon Events, die das ganze erleichtern sollen – egal ob beim Dating oder im Business…

Ein paar Ideen für solche Events finde ich richtig sympathisch:
Corridor Nine Chamber of Commerce Networking


Dinner on the Run in Frankfurt

Dinner on the Run

 

03.05.2006

L’art pour l’art?

Wie schon mehrfach erwähnt, glaube ich nicht, dass, trotz des Hypes um openBC, Linked-in, MySpace et. al., Social Networking Plattformen als Pure-Plays überleben können.

Die Vernetzung innerhalb eines sozialen Gefüges ist sicherlich ein Grundbedürfnis des Menschen. Aber am Ende geht es jedem Einzelnen um den Nutzen, den er daraus zieht (dem Sammlerinstinkt einiger mal ausgenommen). Wie mit jeder neuen Idee, wird sich nach der ersten Phase der reinen Plattformen eine Integration vollziehen. Entweder sie finden einen konkreten Nutzen für seine User – wie z.B. MySpace die Entdeckung neuer Musik zum Kern machen könnte – oder sie werden unsichtbar, eine Zwischenschicht, die ihren Dienst im Hintergrund verrichtet um alltägliche Dinge leichter zu machen.

David Hornik bringt es wunderschön auf den Punkt in seiner kurzen aber treffenden Anthropologie zum Begriff der Social Networks:
I believe that we are now in Social Networks 3.0. After a fair bit of excitement and energy around pure play social networks, it became clear that the building and management of a social network was not, in and of itself, a compelling consumer experience. In a nod back to the earliest instantiations of social networking, entrepreneurs have come to realize that social networks are enablers of other compelling consumer experiences.

Ich warte immer noch auf den Anbieter, der seine Schnittstellen so öffnet, dass andere seine Networking Funktionen ubiquitär nutzen können.

 

06.04.2006

MySpace’s Lücke zwischen page-views und revenue

Während MySpace bei den Seitenaufrufen schon in der Liga der ganz Großen mitspielt, lässt der Umsatz, den Murdock’s neustes Baby generiert, noch zu wünschen übrig.

Om Malik hat zumindest für ersteres interessante Zahlen: Big Shifts In Internet Usage (Lesenswert durchaus auch die Kommentare)

Besonders das Verhältnis ist interessant: viel mehr Seitenaufrufe pro User als bei den großen Suchportalen. Aber das ist möglicherweise auch die Krux. Ein gutes Werbemodell profitiert davon, dass die Benutzer dorthin durchklicken. Ein hoher Anreiz, bei MySpace zu verweilen verhindert also gerade hohe Werbeumsätze (die meisten Werbetreibenden zahlen nur noch pro erfolgtem Klick).

Und die andere Alternative, durch Werbung auf MySpace die Direktverkäufe (Links zu Amazon, iTunes, etc.) zu erhöhen, braucht halt seine Zeit.

Und in dieser kommen möglicherweise ein paar Konkorrenten mehr auf den Markt: AOL plant was, Cyworld, die Koreaner, gehen in die USA Tagworld nimmt MySpace frontal und nach dem College-Studenten-Netzwerk Facebook startet jetzt MyYearbook für Schulabgänger.

Und da stellen zu Recht manche die Frage wann es ein deutsches Pendant zu MySpace gibt.

Update: MySpace scheint europäische Büros in UK aufzumachen.
(New York Times, ohne Abo lesbar – übrigends auch interessant zum Thema oben…)

 

07.02.2006

Google’s Identity 2.0 Ansatz

Was ist Identity 2.0? Kurz: sichere, verläßliche Benutzerauthentifizierung im Internet. Hier eine hervorragende Präsentation (Video).

Für die große Social Networking Vision über einzelne Webseiten hinaus ist eine sichere Authentifizierung von Nutzern das A und O. Google scheint neben anderen (z.B. Sxip, eBay’s PayPal und natürlich auch Microsoft) dabei natürlich auch mitmischen zu wollen, schreibt Dystopics. Aber Vorsicht, sehr technisch! (via ZDNet.com)

 

03.12.2005

SNARF sortiert E-Mails im sozialen Umfeld

Ich liebe es, wenn Vorhersagen schneller eintreffen als man denkt…

Ok, SNARF, ein neues Outlook Plug-in von Microsoft, ist noch kein Social Networking Software Layer. Die Grundsätzliche Funktionalität aber, die E-Mails auf Basis von Personen bzw. auf Basis der Interaktion mit ihnen zu sortieren ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Mehr Informationen gibt es bei ars technica.

Wenn ich das ganze nun noch auf Kalender, Dokumente, Telefonlogs etc. ausweite, kann die Software mein direktes soziales Umfeld wahrscheinlich sehr realitätsnah abbilden. Jetzt das ganze noch mit offenen Schnittstellen versehen und mein soziales Umfeld lässt sich auf einem Layer abbilden.

Anwendungen fallen mir spontan einige ein:
Verknüpft mit weiteren Metadaten wie z.B. den Themen der E-Mails und Dokumente, kann die Software dynamisch Interessensgruppen bilden. Ich suche in meinem direkten und indirekten (Freunde von Freunden) Umfeld nach jemanden der sich mit Eisbären auskennt? Ganz einfach, ich frage die Software und die sagt es mir. Ich habe ein tolles Kochbuch entdeckt und will es meinen Kontakten, die gerne kochen, teilen? Einfach der Software sagen, sie soll es allen schicken, von denen es weiß dass sie kochen können – oder einen Partner haben, der gerne kocht.

Privatsphäre? Komplexität? Ganz einfach, die Software fragt vorher im Hintergrund alle “Clients” im sozialen Netzwerk an, ob das Thema interessant wäre. Wenn eine Bestätigung gesendet wird, kommt der Gegenüber auf die Empfängerliste. Der angefragte Client entscheidet selbst ob er a) die Anfrage an sich akzeptiert und b) das Thema intewressant ist. Er muss weder Informationen noch Identität preisgeben. Privatsphäre gesichert.

 

25.10.2005

noch eine Networking Idee…

Da passt mal wieder was in meine Vision: Die unsichtbare Integration “kontaktfördernder” Software in tägliche Anwendungen.

Martin Röll formuliert eine sehr nette Idee zur erweiterung der eigentlich (außer für Personalberater) langweiligen Networking-Plattformen: Die Kombination mit Location Based Services (also elektronischen Dienstleistungen, die standortabhängig reagieren) um neue Leute (hier im Sinne von Geschäftskontakten) kennen zu lernen.

Aber Martin hat Recht, es ist wohl schon mehrfach in Arbeit, ich weiß zumindest von zwei weiteren Projekten, die ähnliches planen.

Übrigends auch etwas simpler mit Bluetooth und eher für Teenies bei Nokia ,hier und ausführlicher hier.

 

16.10.2005

Funktioniert Social Networking im Unternehmen?

LexisNexis verkauft Corporate Social Networking Solutions, also OpenBC für Unternehmen zur internen Nutzung.

Als alter Vertriebsprofi kann ich dem hohen Wert mancher persönlichen Beziehung nur beipflichten.

Auf der anderen Seite sehe ich die riesige Hürde der Datenrelevanz. Den richtigen Kontakt für einen bestimmten Deal zu finden ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wenn ich also einer Software die Suche überlassen will, muss ich zuerst dafür sorgen, dass sie den ganzen Heuhaufen kennt.

Und wer bitteschön schafft es, dass seine Mitarbeiter alle ihre privaten und beruflichen Kontakte a) freiwillig und b) in effizienter Weise zur Verfügung stellen?

Ob die Software dann noch den richtigen Schluss zuieht, sei mal dahingestellt. (Auch wenn ich der Meinung bin dass richtige Daten und ein richtiger Algorithmus immer zu einem richtigen Ergebnis führen (müssen).)

Für mich eine Idee eines übereifrigen Rationalisierers der glaubt auch noch das Wissen aus den Köpfen der Menschen in Maschinen zu bekommen. Oder nur ein weiterer Grund, uns alle mit RFID-Chips auszustatten?

Lediglich als (sicherlich produktives) Add-on für ein unternehmensweites Adressbuch (z.B. Exchange Server) interessant. Und dann in einer sinnvollen Integration.

Das sich neben der hier verwendeten, relativ engen Definition von “social networking software” in diesem Bereich bzw. der etwas breiteren “social software” (also inkl. Blogs, etc.) sehr viele interessante Geschäftsideen finden lassen, sei dahingestellt.

 

29.09.2005

Die Content Generation

Die letzten Wochen und Monate habe ich mir systematisch so ungefähr alles angesehen, was an Social Networking Systemen zur Zeit mach Benutzern ringt.

Da gibt es eine überschaubare Anzahl von Business Networks wie hierzulande openBC, Linked-In, Ryze, und noch ein paar weitere.

Wie Pilze aus dem Boden schiessen jedoch die Consumer Networks. Nachdem Friendster als Dating-Website mit dem Networkkonzept erste Erfolge gefeiert hat, gibt es nun mehr Sites als Sand am Meer.

Die ganz großen wie MySpace, aber mittlerweile auch Orkut und Yahoo 360° machen vor allem eins: sie ermöglichen es dem einzelnen Nutzer, sich selbst auszudrücken.

Wenn man so will – für die “alten “Hasen” – sowas wie geocities nur mit Netzwerk und ohne dass man HTML lernen muss.

Interessant dabei ist, wie man mit dem Thema Exklusivität umgeht. Während MySpace oder Yahoo alles und jeden, inklusive fake accounts, zulassen, versuchen andere, ihr Netzwerk exklusiver, sprich attraktiver zu machen. So lässt dich der Google-Ableger Orkut genau wie bei Google Mail nur rein, wenn du eine Einladung hat. Was in diesem Falle auch nach hinten los gehen kann. Mittlerweile sind scheinbar 3/4 der Orkut Nutzer Brasilianer. Das war sicher nicht Googles Intention…

Ein anderer, ASmallWorld, versucht sich auf die “oberen 10.000” zu fokussieren – mit ganz exklusiven Angeboten für den Jet Set von Cannes bis L.A. Hier braucht man sogar 5 Empfehlungen von bestehenden Mitgliedern, um aufgenommen zu werden.

Während Exklusivität sicherlich interessant ist, ein Projekt über die kritische Masse zu heben, so beantwortet es dennoch nicht die Frage des Nutzens für den Einzelnen.

Meiner Meinung nach wird die Phase der Konsolidierung auch hier nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dennoch sehe ich noch sehr viel Spielraum für special interest networks. Dort wo man über das reine Networking hinaus Mehrwert anbietet für eine bestimmte Berufs-/Freizeitgruppe, habe ich gute Chancen, mit dem Networking Gedanken die Preise abzuräumen.

Langfristig – und erste Konsolidierungen scheinen das zu belegen – glaube ich allerdings dass die Social Networking Funktionen nur Add-ons für Communities sein werden. Add-ons die eine aktiviere online-Zusammenarbeit ermöglichen, für Alumnis, Berufsverbände, Hobbyisten, etc. Sozusagen Geocities auf Drogen.

Oder vielleicht irre ich mich? Und es entsteht daraus eine neue Art wie wir unser Leben verwalten?

 

05.09.2005

Die Social Networking Vision

“Warum ist Social Networking Software so interessant?”

Meine Vision ist die unsichtbare Integration “sozialer” oder “kontaktfördernder” Software in tägliche Anwendungen.

Was bedeutet das?
Es geht eben nicht nur um eine Plattform wie Linked-In, openBC oder Plaxo, die dafür sorgt, dass man sich nicht gegenseitig aus den Augen verliert oder hilft, eine e-Mail-Adresse oder Telefonnummer zu finden. Nicht um ein Adressbuch. Nicht um einen Terminkalender.

Es geht um einen “Layer”, eine softwargestützte Schicht im eigenen sozialen Netzwerk, die dessen Nutzung zu jeder Zeit und an jedem Ort ermöglicht.

Dieser Layer macht eine Plattform für bestimmte Aufgaben nicht notwendigerweise überflüssig, die Plattformen kümmern sich um bestimmte Themen – die die sie am besten können. Das persönliche Netzwerk aber funktioniert eher wie eine Peer-to-Peer Lösung – egal mit welchem Client man kommuniziert, die persönlichen Informationen sind irgendwo verfügbar (siehe auch FOAF).

Hier einige Beispiele: – Der Softwarelayer “authentifiziert” sozusagen e-Mails oder auch voice-messages die man bekommt. Nur wenn ein mehr oder weniger enger Kontakt innerhalb des eigenen Netzwerkes den Sender der Mail (bzw. dessen E-Mail-Adresse) gespeichert hat, sieht es das eigene E-Mail-Programm nicht als Spam an. Ja, das gibt es bereits heute, z.B. von Absendern im Adressbuch, aber noch nicht über “six degrees” hinweg – funktioniert also nicht mit vermeindlich Fremden. – Es integriert sich nahtlos in alle benutzen Endgeräte, vom e-Mail übers Handy bis zur intelligenten Haussoftware. – Die Software organisiert automatisch. Zu wichtigen Business-Events macht es eine Vorschlagliste, wen man unbedingt einladen sollte – auch die Kontakte der eigenen Kontakte – für die das Thema interessant sein könnte. Die Gästeliste für den nächsten Geburtstag stellt sie auch automatisch zusammen. – Die persönlichen Informationen sind nicht an irgend eine Plattform gebunden, man muss sie nicht jedes mal wieder eingeben sondern sie sind in einem sicheren, dezentralen Netzwerk hinterlegt, zudem man nur persönlich die Kontrolle hat (vgl. das Konzept von Freenet). Die Plattformen, die Mehrwertdienste bieten, können über ein Standardprotokoll (vgl. z.B. FOAF) darauf zugreifen, wenn du es ihnen erlaubst. Die Plattform bekommt vielleicht noch nicht mal die Daten zu Gesicht. Nur der virtuelle Gegenüber.
Man hat plötzlich das, was Google für Sachthemen ist, für einzelne Personen – ohne die Privatsphäre eines einzelnen einzuschränken – oder einem Spammer eine Chance zu lassen.

Es gibt natürlich auch kritische Punkte: – Damit alle sekundären Anwendungen tatsächlich funktionieren, ist ein möglichst weit verbreiteter Standard notwendig. – Alles was ich persönlich anonym tun will, muss ich auch weiter anonym tun können. Ansonsten wird meine Privatsphäre zu weit eingeschränkt. – Die kulturelle Entwicklung muss so weit gediehen sein, dass der normale Benutzer bzw. der DAU (dümmster anzunehmender user) nicht nur einfach damit klar kommt sondern auch das System bzw. die Mechanismen verstanden hat. Dementsprechend muss wohl die Software auch so gut integriert sein, dass der benutzer gar nichts dabei merkt.

[Update:]
Nicht ungewöhnlich, das das Handy ähnliche Gedanken heraufbeschwört.

 

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